Die häufigsten Rechtschreibfehler: Lerne sie zu vermeiden

Die deutsche Rechtschreibung bietet so manche Tücken. Auch wenn der Duden uns vermeintlich klare Regeln vorgibt, wie wir rechtzuschreiben haben, gibt dieses Thema immer wieder Stoff für Diskussionen. In manchen Fällen sind mehrere korrekte Schreibweisen möglich. In anderen handelt es sich um einen klaren Fauxpas, den du vermeiden kannst. Hier erfährst du, worauf du achten musst:

I. Das oder dass? Das solltest du wissen:

Handelt es sich um einen Artikel, ist die Antwort klar: das Buch – ein s. Schwieriger wird es bei den Nebensätzen, jedoch gibt es hierfür eine einfache Faustregel: Kannst du „das(s)“ durch „dieses“, „welches“ oder „jenes“ ersetzen, handelt es sich um ein Pronomen und wird mit einem „S“ geschrieben.

„Ich liebe das Buch, welches du mir empfohlen hast.“

In den übrigen Fällen beschreibt „dass“ in der deutschen Sprache eine Konjunktion und wird mit doppeltem „S“ geschrieben.

„Das Buch, das du mir empfohlen hast, zeigt mir, dass du einen guten Geschmack hast.“

II. Die häufigsten Rechtschreibfehler

Es gibt Worte in der deutschen Sprache, deren Rhythmus intuitiv eine andere Schreibweise vermuten lässt, als es der Duden vorschreibt. Welche Schreibweise ist korrekt? Hier sind 11 Worte, die (fast) jede(r) falsch schreibt – du auch?

agressiv – aggressiv
Aquise – Akquise
brilliant – brillant
eigendlich – eigentlich
entgültig – endgültig
Geratwohl – Geratewohl
insgesammt – insgesamt
Kompane – Kumpane
Maschiene – Maschine
vorraus – voraus
zuwieder – zuwider

Du hast das Muster bestimmt durchschaut: Links steht jeweils die falsche, rechts die richtige Schreibweise. Übrigens: Laut Duden darfst du sowohl essenziell als auch essentiell und potenziell oder potentiell schreiben. Ebenso sind auch aufwändig oder aufwendig korrekt.

III. Sein oder nicht sein? Das ist hier die Frage!

Ein weiterer Fehler, der sich auch häufig einschleicht, ist die Unterscheidung von „seid“ und „seit“. Ersteres ist eine Konjugation des Verbes „sein“:

„Ihr seid zu Hause.“ oder „Seid ihr noch dabei?“

„Seit“ hingegen wird immer in Verbindung mit Zeit verwendet:

„Seit Wochen habe ich ihn nicht mehr gesehen.“ oder „Seit ich das Buch gelesen habe, bin ich schlauer.“

Hier bist du also auf der sicheren Seite, wenn du dir folgendes merkst: „Seit“ ist eine Zeitangabe, „seid“ ein Verb.

IV. Große und kleine Fehler bei der Groß- und Kleinschreibung

Im Englischen ist es schier einfach. Fast alles wird dort klein geschrieben. Wir Deutschen variieren nicht nur mit unseren Relativpronomen (der, die, das) sondern auch mit der Groß- und Kleinschreibung. Um hier den Durchblick zu bewahren, haben wir die wichtigsten Infos für dich zusammengefasst:

Auch im Deutschen gilt grundsätzlich die Kleinschreibung. Besondere Regelungen bestimmen, wann etwas groß geschrieben wird.

IV.I Einfache Regeln, die du sicher schon kennst:

Das Wort am Satzanfang, Namen (auch offizielle Namen von Dingen), Anredepronomen (Herr, Frau) und Höflichkeitspronomen beim Siezen werden groß geschrieben.

Das wird ein gutes Jahr.”

“Bring das bitte zu Frau Meier.”

“Hier steht der Kölner Dom.”

“Mein Name ist Max Musterman.”

“Möchten Sie noch einen Tee?”

IV.II Die komplizierteren Fälle der Groß- und Kleinschreibung:

In diesem Abschnitt behandeln wir Substantive, ehemalige Substantive und Substantivierungen.

  1. Substantive (auch Nomen, Hauptwort oder Gegenstandswort) schreibt man grundsätzlich groß: Buch, Luft, Leben, Reichtum, Talent, etc. Dies gilt auch bei Aneinanderreihungen mit Bindestrich: Kettensägen-Massaker, Kinder-freundlich. Während im letzten Beispiel „freundlich“ klein bleibt, da es kein Substantiv ist, schreibt man ein Wort am Anfang einer Aneinanderreihung immer groß, auch wenn es kein Nomen ist: Pro-Kopf-Anteil, Sich-schlapp-Lachen.
  2. Ehemalige Substantive werden klein geschrieben:
    • Adverbien: mittags, mitten, nachts
    • Adjektive: “Du bist schuld daran” nicht zu verwechseln mit: “Du trägst Schuld daran”
    • Präpositionen: laut, dank, angesichts, namens
    • Unbestimmte Pronomen: ein paar (= einige) nicht zu verwechseln mit ein Paar (zwei Zusammengehörige)
  3. Substantivierte andere Wortarten werden wie ein Substantiv behandelt und groß geschrieben: das Gute, das Vergangene, etwas Wissenswertes.
  4. Achtung häufiger Fehler: In der deutschen Rechtschreibung kannst du hier und da Einsparungen vornehmen. Manchmal wird ein genanntes Nomen nach weiteren Adjektiven einfach weggelassen, die Adjektive bleiben, trotz möglicher Pronomen, klein. Beispiele:
    • “Sie mochte alle Schuhe, die blauen, die grünen, sogar die gelben.”
    • “Das grüne ist mein Strandhaus.”

Du bist am Ende angelangt. Hoffentlich qualmt der Kopf nicht. Neben diesem zusammenfassenden Auszug gibt es noch weitere Regeln zur deutschen Rechschreibung im Duden, woher auch wir die meisten unserer Informationen haben. Auch wenn du jetzt denkst, deutsche Sprache – schwere Sprache, gibt es einen Hoffnungsschimmer: Es gibt immer einen ambitionierten Freund, Verwandten oder Fremden, der dich netterweise auf deinen Fauxpas aufmerksam macht und ihn belächelnd korrigiert.

Bei deiner Abschlussarbeit willst du auf diese Fauxpas lieber verzichten? Lass deinen Text von freistile korrekturlesen.

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