„Ich habe mein Logo mit KI erstellt“ – dieser Satz begegnet mir als Designerin inzwischen ständig. Kein Wunder: ChatGPT, Looka oder Canva versprechen ein fertiges Logo in wenigen Minuten, kostenlos oder für ein paar Euro im Monat. Aber zwischen einem schnellen KI-Prompt und einem Logo, das wirklich zu einer Marke passt, liegen Welten.
In diesem Artikel zeige ich dir drei typische Levels, wie Logos heute entstehen – vom generischen Prompt bis zur individuellen Zusammenarbeit mit einer Designerin. Als durchgängiges Beispiel begleitet uns die fiktive Kosmetikmarke Ebbgrund. So bekommst du ein Gefühl dafür, wo dein Projekt gerade steht und was der nächste sinnvolle Schritt für deine Marke sein könnte.
Inhaltsverzeichnis
Level 1: Der generische Prompt – "Kreiere ein Logo für Marke XY"
Der einfachste und schnellste Weg: Ein Name, ein Prompt, fertig. Tools wie ChatGPT, Looka oder Canva AI brauchen kaum mehr als deinen Markennamen und vielleicht ein paar Stichworte zur Branche.
Beispiel Ebbgrund:
Der Prompt lautete schlicht „Erstelle ein Logo für eine Kosmetikmarke namens Ebbgrund.“ Heraus kam ein Logo mit den Initialen „EG“, und filigranen Blättern als Verzierung. Sieht auf den ersten Blick hübsch aus – könnte aber genauso gut für ein Yoga-Studio, eine Teemarke oder eine beliebige andere Kosmetiklinie stehen. Mit dem Namen Ebbgrund, der auf Ebbe, Watt und Küste anspielt, hat das Ergebnis nichts zu tun.
Das Ergebnis: Ein Logo, das technisch funktioniert, aber austauschbar wirkt. Es fehlt an Storytelling, an einem echten Markenkern und an Abgrenzung zur Konkurrenz. Solche Logos hast du wahrscheinlich schon oft gesehen – abstrakte Formen, gängige Symbole, generische Verzierungen. Die KI kombiniert Muster aus tausenden bestehenden Designs, kennt aber weder deine Zielgruppe noch das, wofür deine Marke wirklich steht.
Für einen ersten Platzhalter oder einen schnellen Test mag das reichen. Als langfristiges Markenzeichen ist es riskant: Es entsteht keine echte Wiedererkennbarkeit, und die Ähnlichkeit zu anderen KI-generierten Logos ist hoch.
Level 2: Markenkern plus KI – vom Briefing zum Design-Konzept
In Level 2 gehen wir deutlich durchdachter vor. Hier geben wir ein umfangreiches Briefing ein, nicht nur „Mach ein Logo“, sondern spezifische Informationen zum Markenkern, zur Positionierung, zur Tonalität und der visuellen Richtung. Voraussetzung: Du hast all diese Merkmale vorab strategisch definiert, mit einer Brand Strategin oder mit Hilfe von KI.
Beispiel Ebbgrund:
Mit einem ausführlichen Briefing zu Markenwerten, Zielgruppe und gewünschter Anmutung entstand ein stimmungsvolles Gesamtbild – ruhige Farben, eine harmonische Typografie, ein insgesamt schönes Logo. Trotzdem: Eine eigene Story steckt nicht dahinter. Es wirkt angenehm, aber nichts daran ist wirklich „besonders“ oder unverwechselbar mit Ebbgrund verbunden.
Das Ergebnis: Ein deutlich ganzheitlicheres Konzept als in Level 1. Die Designs wirken zusammenhängender, weil sie auf einer echten strategischen Grundlage basieren statt auf einem Ein-Zeilen-Prompt. Trotzdem bleibt in der Regel Optimierungsbedarf: Feinheiten in der Typografie, in den Proportionen oder in der technischen Umsetzung (Vektorisierbarkeit, Skalierbarkeit, Anwendung auf verschiedenen Medien) lassen sich mit KI-Tools nur bedingt lösen. Das Logo wirkt weiterhin generisch und es fehlt an emotionalem Storytelling. Dennoch: Das Konzept steht – und wir haben einen einheitlichen Look.
Auf diesem Level erreichst du eine solide Zwischenlösung, du hast ein Konzept, dem du folgen kannst und einen ersten professionell wirkenden Gesamtauftritt. Lass und nun Persönlichkeit mit rein bringen.
Level 3(tausend 😉): Die Zusammenarbeit mit einer Designerin
Die Arbeit mit einer Designerin unterscheidet sich fundamental von dem KI-Workflow – nicht nur im Ergebnis, sondern im Prozess selbst. Eine Designerin geht im Briefinggespräch gezielt auf die wichtigsten Merkmale deiner Marke ein, stellt Rückfragen, erkennt Widersprüche und filtert heraus, was für deine Zielgruppe wirklich relevant ist.
Aus diesen Erkenntnissen entsteht ein individuelles Konzept – kein austauschbares Muster, sondern eine bewusste gestalterische Entscheidung mit Blick auf Details, die eine KI so nicht treffen kann: die richtige Linienführung, die passende Symbolik, eine Typografie, die zur Markenpersönlichkeit passt. Vor allem aber wird eine neue, authentische Story erzählt – eine, die es in dieser Form noch nicht gibt.
Beispiel Ebbgrund:
Ich habe mich von Bildern des Wattenmeers inspirieren lassen und daraus ein individuelles Markenzeichen entwickelt, das an das Watt erinnert – an die Linien, die Ebbe und Flut im Sand hinterlassen.
Für die Bildwelt wähle ich nahbare Mockups mit echten Menschen statt anonymer Stock-Ästhetik. Bei der Schrift habe ich ein Font gefunden, das bold und gleichzeitig ruhig wirkt. Für das Logo habe ich sie optisch so angepasst, dass sie zum Gesamtkonzept passt. So entsteht aus dem Markennamen, der Bildwelt, der Farben und Schriften und dem Logo ein Konzept, das eine besondere Story erzählt, zur Stärke der Ebbe und der Ruhe des Wattenmeers passt.
Das Ergebnis: Ein individuelles Logo mit klarer Abgrenzung zur Konkurrenz, das konsequent auf Zielgruppe und Markenkern einzahlt. Es ist Teil eines größeren Ganzen – eingebettet in ein stimmiges Corporate Design, das über alle Touchpoints hinweg funktioniert, von der Website bis zum Produkt.
Was passt zu dir? KI-Logo oder Design vom Profi?
Keine der drei Levels ist grundsätzlich „falsch“ – sie beantworten unterschiedliche Fragen:
- Level 1 eignet sich für einen schnellen Test oder Platzhalter, wenn die Richtung deiner Positionierung auf dem Markt noch nicht fest steht.
- Level 2 hilft dabei, den eigenen Markenkern zu strukturieren und erste visuelle Richtungen auszuloten.
- Level 3(tausend) ist der richtige Weg, wenn deine Marke eine individuelle Story erzählen, damit deine Zielgruppe abholen und sich von der Konkurrenz abheben soll.
Gerade für Selbstständige, Gründer*innen und Start-ups, die ihre Marke von Grund auf aufbauen, lohnt sich der Blick auf das große Ganze: Ein Logo ist nie nur ein Bild, sondern der sichtbare Teil einer viel größeren Markenstrategie.
Du steht noch am Anfang deines Business Aufbaus?
Du bist Gründerin oder Gründer, startest in die Selbständigkeit oder mit deinem Startup, das Geld ist knapp, die Baustellen unüberschaubar? Ich biete kleine Business Starter Pakete an mit denen du von Anfang an professionell auftreten kannst ohne dich zu verschulden. Die Angebote richten sich speziell an Gründerinnen und Gründer.